Titelstory

Leipzigs Innenstadt aus der Sicht ihrer Besucher – Eine neue Untersuchung gibt Auskunft

Leipzig_city_3sp_web

Die Leipziger Innenstadt hat einen großen Stamm regelmäßiger Besucher, die ihren Aufenthalt zu 86 Prozent angenehm/sehr angenehm finden.

Das geht aus der Studie hervor, die Prof. Dr. Rolf Monheim (Angewandte Stadtgeographie, Universität Bayreuth) und Dipl.-Geogr. Jochen Heller (omniphon GmbH, Leipzig) jetzt unter dem Titel „Die Innenstadt von Leipzig aus der Sicht ihrer Besucher – attraktiv durch urbane Vielfalt“ vorgelegt haben. Sie kommen darin auf der Grundlage aktueller empirischer Befunde zu sehr positiven Aussagen über den Entwicklungsstand und die Perspektiven der Leipziger Innenstadt. Zudem zeigen sie über diesen Standort hinaus wichtige strategische Perspektiven auf.

Ihre Studie belegt unter anderem, dass gut konzipierte und integrierte Einkaufszentren zur Ausschöpfung von Entwicklungspotenzialen beitragen können. Sie ist ein wichtiger Baustein des City-Monitoring der Stadt Leipzig und bietet Grundlagen für die Entwicklung von Maßnahmen zur weiteren Stärkung der Innenstadt.

Anlass für die vorliegende Untersuchung war die Ansiedlung der „Höfe am Brühl“, die im Herbst 2012 ihre Pforten öffnen werden.

Der Investor, die mfi management für immobilien AG, hatte sie in Auftrag gegeben. Dass die Sicht der Innenstadtbesucher zum Gegenstand einer solchen Studie gemacht wird, ist nach den Worten der Autoren eine Besonderheit. Wie sie in ihrem Vorwort schreiben, stehen in den Diskussionen um Innenstädte zumeist die Interessen des Einzelhandels und der Immobilieneigentümer im Vordergrund. Zum besseren Verständnis der Funktionsweise von Innenstädten sollte jedoch auch die Sicht der Innenstadtbesucher beachtet werden. Die Erfüllung ihrer Erwartungen und Bedürfnisse, so die Verfasser, ist für die Lebendigkeit von Innenstädten von entscheidender Bedeutung. Innenstädte leben von der Vielfalt ihrer Nutzer und der ihren Erwartungen entsprechenden Nutzungsangebote. Prof. Dr. Rolf Monheim hat bereits vergleichbare Studien zu Bremen und Nürnberg vorgelegt. Leipzig tauscht mit beiden Städten seit 2008 in dem vom Bund geförderten Projekt koopstadt seine Erfahrungen zum Thema Innenstadtentwicklung aus.

Vitale Verbindung

Die aktuelle Studie zieht Vergleiche zu beiden Städten. Leipzigs Innenstadt ist nach dem Urteil der Autoren ein herausragendes Beispiel für eine vitale Verbindung von historischem Erbe und neuen Initiativen. So greift das Einkaufszentrum „Höfe am Brühl“ die Tradition der historischen Geschäftspassagen auf. Die Untersuchung zeigt, dass Leipzig voll im Trend liegt, dass es aber auch insbesondere im Vergleich zu dem gleich großen koopstadt-Partner Nürnberg noch Entwicklungspotenziale gibt. So ist Nürnbergs Haupteinkaufsbereich ungefähr doppelt so groß, die Anzahl der Läden liegt um zwei Drittel über der Leipziger Vergleichszahl, und die Größe der Verkaufsfläche übersteigt die Leipziger um die Hälfte.

Das Passantenaufkommen der Haupteinkaufsstraßen ist gegenüber der ersten Ganztagszählung 1999 gestiegen: werktags leicht, am Samstag dagegen nachmittags um 60 bis 280 Prozent (dies wird von den Zählungen der Maklerunternehmen kaum erfasst). Bei der Herkunft der Innenstadtbesucher ergeben sich mit 11 Prozent ausgesprochen geringe Anteile im Umland Wohnender.

Dagegen kommt werktags jeder fünfte und samstags sogar fast jeder dritte Besucher aus einem entfernten Ort – ein Hinweis auf den auch in anderen Metropolen stark zunehmenden Städtetourismus und Einkaufsausflugsverkehr. Mit ihren Ausgaben liegen diese Besucher weit über dem Durchschnitt – fast jeder dritte in den Innenstadtgeschäften ausgegebene Euro stammt nämlich von ihnen. PM

Im Bild:  Mehr als vier Fünftel der Besucher Leipzigs fühlen sich in der City wohl.   Foto: Peter Endig/ddp

 

19.02.12, 08:02