Porträt

Heißer Sommer für Chris Doerk – Kult-Musikfilm wurde auch in der Leipziger City gedreht

Wiedersehen nach fast 50 Jahren. Einst wurde in der Leipziger City die Filmklappe geschlagen für einen der erfolgreichsten DEFA-Unterhaltungsfilme: „Heißer Sommer“. Durch die launige Komödie sangen, tanzten und liebten sich Chris Doerk und Frank Schöbel, das damalige Traumpaar der DDR-Schlagerszene. Spurensuche mit Chris Doerk (74).

Das muss man erst einmal schaffen. Geht Chris heute über den Augustusplatz, drehen sich die Leute noch immer nach ihr um, winken, freuen sich und bitten um Autogramme. Ein Star zum Anfassen. Ihre kesse, frisch-fröhliche und burschikose Art hat sie sich erhalten. „Das hält jung, gerade nachdem ich jetzt das erste Mal Oma geworden bin“, spielt sie auf ihren Enkel Samson an. Äußeres Zeichen ihres Jungbrunnens: die Zöpfe. Noch immer schauen sie unter ihrem Markenzeichen Nummer zwei – der Mütze – hervor. Vor Leipzig zieht die Sängerin den Hut. „Die Stadt hat sich wirklich schön entwickelt“, schwärmt sie über das Zentrum.

Genau hier begannen 1967 die Dreharbeiten für „Heißer Sommer“: Chris Doerk als selbstbewusste Stupsi, Frank Schöbel als Macho Kai mit ein paar Mädchen und Jungen im Schlepptau auf dem Weg an die Ostseeküste. Chris in karierter Jacke und weißer Hose tanzte und sang vor der Oper, dem Mendebrunnen und dem Neuen Rathaus. Für sie fast ein Heimspiel, denn sie wuchs im nur 100 Kilometer entfernten sächsischen Böhla bei Meißen auf.

Dort hatte Vater Hermann einen Friseursalon, den sie später einmal übernehmen sollte. Doch darauf hatte sie keine Lust. Sie lernte Schaufenstergestalterin und suchte die Nähe zur Bühne. Mit 20 wagte sie ihr erstes Casting bei Quermanns Talenteschmiede „Herzklopfen kostenlos“. Zunächst sang sie mit einer Freundin „Winni, wanna, wanna, die Trommel ruft zum Tanz“. Und ein Jahr später gab sie „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ zum Besten. Ihr Durchbruch. Wenig später begann die singende, klingende Love-Story: Chris Doerk und Frank Schöbel, die mit Sohn Alexander gekrönt wurde. „Auch ein Ergebnis der Dreharbeiten vom heißen Sommer an der Ostseeküste“, verrät Chris
Doerk augenzwinkernd.

Die Komödie kam 1968 in die Kinos und ist nach Zuschauerzahlen gerechnet einer der erfolgreichsten Kinofilme der DEFA. Und während sich der Zauber der Künstlerehe leider schon nach wenigen Jahren verflüchtigte und 1974 in einer Scheidung endete, ist der Film „Heißer Sommer“ Kult geblieben. Noch heute flimmert er in Sommerkinos über die Leinwand. Die größten Hits aus dem Film sind Evergreens geworden, die das Publikum bei den Konzerten von Chris jubelnd mitsingt. Inzwischen beweist sie in ihrem neuen Programm „Traumzeit“ aber auch, dass sie durchaus rockiger und poppiger singen kann. Ihr auf den Leib geschrieben ist ihr aktueller Hit „Sei ein Clown“ – ihr Rezept fürs Jungbleiben und einen heißen Sommer …

Kontakt: www.chrisdoerk.de

Thomas Gillmeister

Bild: Sonnenschein Chris Doerk. Am Mendebrunnen erinnert sie sich gern an die Dreharbeiten zum Film „Heißer Sommer“. Foto: PICTURE POINT

20.04.16, 08:04