Porträt

Für Bello & Co. ein Fass aufmachen – Andreas Escher fertigt aus Weinfässern tierisch schöne Schlafplätze

Schöner Wohnen im Weinfass. Andreas Escher (52) aus Groitzsch macht es für Vierbeiner möglich. Mit viel Liebe zum Detail verwandelt der kreative Handwerker ausgediente originale Weinfässer in stilvolle Behausungen für Hunde, Katzen und manch andere Tiere.

 

Der einjährige Labrador Baxter fühlt sich in seiner neuen Hundehütte pudelwohl. Sie besteht aus einem 500-Liter-Fass. Einst lagerte in ihm feinster französischer Rotwein. Andreas Escher baute das ehemalige Barrique (Eichenfass) neu auf, setzte ihm ein Spitzdach auf und erweiterte es um eine „Terrasse“. Dabei durchdachte der Tierfreund alles bis ins kleinste Detail, beachtete beispielsweise Luftzirkulation und leichtes Reinigen. „Wir haben lange nach einer originellen Hundehütte für unseren Baxter gesucht“, meint Frauchen Dagmar Lengowski. „Nun besitzen wir wohl die schönste Hundehütte Sachsens“, schwärmt sie. Auch der „Architekt“ ist mit seinem neuesten Werk aus einem Weinfass zufrieden.

In seiner südlich von Leipzig gelegenen Manufaktur lagern Dutzende Fässer, „die eine Geschichte erzählen können“, betont Andreas Escher.„Sie stammen überwiegend von französischen und spanischen Weingütern, die ich selbst besucht habe“, verrät er. Denn vor Ort konnte er den Winzern besser erklären und zeigen, was er so alles aus den gebrauchten Fässern fertigt.

Der handwerklich Begabte begann, zunächst als Hobby, in der Garage außergewöhnliche Regale für seine selbst kreierten Obstweine herzustellen. Er experimentierte dabei mit alten Weinfässern. Die Hingucker für Flaschen kamen bei Verwandten und Bekannten so gut an, dass sich der gelernte Maschinenschlosser mit einer Fassmöbel-Manufaktur selbstständig machte.

Ausrangierte Eichenfässer sind international heiß begehrt. Der Sachse konnte die Winzer jedoch von seinen Ideen überzeugen. Seitdem bringen regelmäßig Laster rund 200 gebrauchte Fässer pro Ladung zur Manufaktur. Dort werden die 225- bis 1000-Liter-Bottiche von Andreas Escher und seinen mittlerweile drei Mitarbeitern etwa sechs Wochen lang in einem speziellen Raum getrocknet, fachgerecht zerlegt und danach in liebevoller Handarbeit zu neuem Leben erweckt: als Dekoration, Möbelstück, Regentonne oder eben als Tierhaus. Übrigens nicht nur als Outdoor-Hundehütte wie für Baxter.

„Ein Kunde bestellte ein Fass als Sofa-Beistelltisch“, plaudert Andreas Escher aus dem Auftragsbuch. „Oben werden die Getränke abgestellt, und untendrunter hat der Haushund einen gemütlichen Schlafplatz gefunden.“ Da jedes Fassmöbelstück ein Unikat ist, beträgt die Lieferzeit rund vier Wochen.

Inzwischen ordern Tierfreunde aus ganz Deutschland Hunde- und Katzenbetten, Hütten sowie Kleintierställe, beispielsweise für Zwerghühner. „Selbst ein Aquarium habe ich schon in einem Fass untergebracht“, bemerkt Andreas Escher. Und natürlich steht inzwischen so manch ein umfunktioniertes Weinfass wieder dort, wo es einmal herkam: beim Winzer in Spanien und Frankreich.

Kontakt: www.eschers-fassmoebel.de

Thomas Gillmeister

Bild: Ein Fall für Escher: eine Hundehütte aus einem Weinfass für Labrador Baxter. Foto: PICTURE POINT/Kerstin Kummer

13.09.17, 08:09