Porträt

Der helle Wahnsinn – Rigo Richter sammelt außergewöhnliche Lampen

Als Kameramann hat Rigo Richter (42) ein Auge dafür, eine Szene ins richtige Licht zu setzen. Dabei interessieren ihn seit über 20 Jahren auch die Lampen. Schließlich begann er sie zu sammeln. Das helle Köpfchen besitzt über 10.000 zum Teil historisch wertvolle zerbrechliche Zeugen aus aller Welt.

 

Heute ist die gute alte Glühbirne in vielen Varianten und Größen ein Design-Objekt. Rigo Richter war da der Zeit bereits Jahrzehnte voraus. Denn schon als 20-Jähriger erkannte der Technik-Tausendsassa die Schönheit von Lampen und stellte sich die originellsten als Hingucker einfach aufs Regal. Der Beginn seiner leuchtenden Leidenschaft.

Vom Wandbord aus traten die Lampen ihren Siegeszug durch ein ganzes Haus in Günthersdorf an. Denn vom Dach bis zum Keller, vom Wohnzimmer bis zum Flur – überall sind Lampen aufgereiht oder liegen in Kartons. „Und täglich werden es mehr“, meint der Experte freudestrahlend. Pakete von Sammlern aus der ganzen Welt kommen regelmäßig bei ihm an. Und für Rigo Richter gibt es dann nichts Spannenderes, als die neuen Stücke zu begutachten, sie zu fotografieren und in die Sammlung nach Baujahr und Bauart einzuordnen.

„Hinter vielen Lampen stecken Geschichten. Sie brannten in Stadien und Laboren, sie erhellten Schaufenster und Kinos, sie leuchteten Straßen, Tatorte und Filmsets aus“, weiß er. Auf Flohmärkten wird er nur selten fündig. Zu speziell ist sein Gebiet. Mehr Glück hat er dagegen bei alten traditionsreichen Elektrikerfirmen. „Dort lagern zum Teil über 50 Jahre alte Gasentladungslampen, die man im Laufe der Zeit einfach vergaß“, machte er die Erfahrung. Auch so mancher Dachbodenfund ist für ihn ein wahrer Schatz, wie beispielsweise eine noch original verpackte Quarzlampe für eine Höhensonne, die in den 20er-Jahren für ein Thüringer Kindererholungsheim der Landesversicherungsanstalt gedacht war.

Seine Urlaubsreisen plant Rigo Richter vor allem danach, wo man außergewöhnliche Lampen für ein Päckchen Kaffee abstauben kann. „Da fahre ich für einen Suchscheinwerfer von einem Schiff schon mal bis nach Tschechien“, erzählt er. Über 10.000 verschiedene Lampen besitzt er nun. Der helle Wahnsinn.

Kontakt: www.lampenmuseum.de

Thomas Gillmeister

Bild: Ihn hat das Lampenfieber erwischt: Rigo Richter. Foto: PICTURE POINT

05.11.14, 08:11