Wirtschaft
Dem Peak Oil ein Schnippchen schlagen: Eigene Entwicklungen könnten neue Aufgabenfelder erschließen
Das Thema Peak Oil (<Erd>Ölspitze) entzweit Experten schon lange. Die einen meinen: der demnächst ins Haus stehende Mangel an Erdöl werde die menschliche Wirtschaft bis ins Mark treffen. Die anderen sind überzeugt: Natürlich gehen die Erdölvorräte zur Neige. Aber das ist nur Ansporn, andere Energiequellen zu erschließen.
Richtig sind sicherlich beide Überzeugungen – sofern man sie als Ansporn nimmt, neue wirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen.
Durchindustrialisiert
Laut Statistiken lag der tägliche Öl-Verbrauch in Deutschland im Jahr 2007 bei etwa 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Ein Barrel, das sind 159 Liter. 2,4 Millionen Barrel sind 382 Millionen Liter Erdöl, was allein die 82 Millionen Bundesbürger täglich verarbeiten und verbrennen.
Wir nutzen Öl, um Düngemittel, Plastikspielzeug und Einkaufstüten herzustellen, für Medikamente, Farben und Lacke, für Isolierungen von Elektrokabeln und natürlich, um Fahrzeuge anzutreiben sowie zum Heizen. Wir brauchen Öl für fast alle Aktivitäten unseres durchindustrialisierten Lebens und wollen nicht verstehen, dass das Öl endlich ist.
Peak Oil beginnt dort, wo die Förderquoten einzelner Ölfelder sinken. Sie sinken, weil sie leergepumpt werden. Was für ein Ölfeld gilt, gilt auch für die Summe aller Ölfelder auf dem Planeten. In den USA wurde der lokale Peak Oil bereits Anfang der 1970er erreicht. Seitdem sinkt die Eigenförderung des Landes ständig. In Europa war der lokale Peak Oil etwa zur Jahrtausendwende, und im Frühjahr des Jahres 2008 hat, der Chef des zweitgrößten russischen Erdöl-Konzerns Lukoil, gesagt, Russland habe den Höhepunkt seiner Förderkapazität erreicht.
Der Mangel wird die Preise ein die Höhe treiben. Damit wird Öl für „kleine Leute“ unbezahlbar – auch als Autoantrieb. Bleiben Alternativen wie der Elektroantrieb. Noch gibt es aber zu wenige wirtschaftlich betreibbare Fahrzeuge. Das könnte ein Aufgabenbereich für Unternehmer sein. Die großen Konzerne lassen sich zu viel Zeit. Also könnte man durch eigne Entwicklungen dem Peak Oil ein Schnippchen schlagen und daran sogar etwas verdienen.
Thomas Biskupek
31.01.12, 10:01






