Regionalsport
(Breiten-)Sportstadt Leipzig
Es wird gerne darüber diskutiert, ob die Bezeichnung „Sportstadt Leipzig“ noch zutrifft. Nun, auf jeden Fall ist Leipzig eine Breiten-Sportstadt – die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache. Rund 83 000 organisierte Sportler zählt der Stadtsportbund Leipzig im Jahr 2011. Und die Tendenz ist nach wie vor deutlich steigend.
Es sind gerade die alljährlichen Steigerungsraten, die SSB-Geschäftsführer Michael Mamzed begeistern: „Im Breitensport können wir seit etlichen Jahren eine wirklich erfreuliche Tendenz verzeichnen. Jährlich steigt die Zahl der organisierten Sportler um 2 500 bis 3 000 neue Mitglieder in den Vereinen.“ Angesichts dieser Zahlen ist das Ziel „90 000 aktive Sporttreibende bis zum Jahr 2014“, das sich der Stadtsportbund Leipzig im März 2010 gestellt hat, absolut realistisch.
Es sind in erster Linie zwei Bevölkerungsgruppen, die diese Entwicklung aus Sicht des Stadtsportbundes befeuern: Die (ganz) jungen Leipziger – und die (ganz) alten. „Zum einen sind es Kinder und Jugendliche, die neu in die Sportvereine kommen. Und andererseits ist es der Bereich Gesundheits- und Seniorensport, der den Vereinen Jahr um Jahr neue Mitglieder beschert.“ Mit dem Erfolg, dass sich Leipzig als (breiten-)sportlicher Leuchtturm im Freistaat Sachsen nachhaltig etabliert hat – kein weiterer Verband hat derartig viele Mitglieder (auch Dresden kommt nur auf etwa 71 000).
Ehrenamt als Basis
Dabei ist in erster Linie das ehrenamtliche Engagement in den mehr als 380 Leipziger Sportvereinen die Basis für den Breitensport. „Es ist in den letzten Jahren immer stärker gelungen, in viele Vereinen das Bewusstsein für die Bedeutung von Sport für die Gesellschaft reinzutragen“, wobei vor allem die großen Vereine mit mehr als 1 000 Mitgliedern eine gewichtige Rolle spielen.
„Hier gibt es einfach das Potenzial für eine gezielte und bewusste Entwicklung sowohl in Quantität als auch Qualität“, unterstreicht Michael Mamzed: „Auf der anderen Seite ist aber auch die Bedeutung der kleinen Sportvereine nicht zu unterschätzen – sie geben schließlich flächendeckend in ganz Leipzig im jeweiligen Kiez die Möglichkeit zum Sporttreiben.“ Zur Information: Rund die Hälfte der Leipziger Sportvereine sind eben solche kleinen Kiezvereine mit bis zu 50 Mitgliedern.
Die „Kehrseite“ dieser grundsätzlich positiven Entwicklung – bei den Rahmenbedingungen und vor allem der Sport-Infrastruktur stößt man an die Grenzen der Kapazitäten. Schließlich sind seit dem Jahr 2005 in Leipzig runde 17 000 neue organisierte Sportler dazugekommen! Immerhin: Auch hier tut sich einiges in der Messestadt – sowohl in Sachen Sporthallenneubau als auch -sanierung.
Gutes Beispiel dafür ist die Sporthalle in der Leplaystraße, die 2011 wieder „ans Netz“ gehen konnte: „Vor allem die Ringer haben nun endlich wieder tolle Bedingungen.“ Aber auch die Volleyballer profitieren von der sanierten Halle. Generell plädiert Michael Mamzed mit Blick auf die hohe Beliebtheit der Ballsportarten bei Neubauten für die Dreifeldersporthallen. Übrigens: Nicht vergessen darf man bei dem Thema die Schulsporthallen – die rund 200 entsprechenden Hallen sind ein großes Potenzial für den Leipziger Sport, das auch schon stark genutzt wird.
Aktive Vereine
Derweil engagieren sich auch die Leipziger Vereine enorm für ihre Sportstätten. So sind nahezu alle Sportplätze in der Hand entsprechender Vereine – und dieses funktionierende Modell wird auch hier und da schon auf Sporthallen übertragen. „Vereine wie der SC DHfK oder des BSV AOK investieren viel in ihre Infrastruktur und schaffen damit zusätzliche Kapazitäten für den Sport. Allerdings kann dies nur funktionieren, wenn die Stadt Leipzig auch die entsprechende investive Förderung auf einen Stand bringt, der den Vereinen die entsprechenden Möglichkeiten gibt“, dafür werde sich der Stadtsportbund auf jeden Fall stark machen.
Grundsätzlich fällt der (Aus-)Blick auf die Sportstadt Leipzig für Michael Mamzed damit positiv aus. Nicht zuletzt, weil sich Events wie die Lipsiade oder die Seniorensportspiele nachhaltig im Sportkalender der Stadt etabliert haben.
J. Wagner
01.01.12, 16:01






