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09.09.2010 16:44 Uhr

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Wirtschaft

Millionengräber oder moderne Infrastruktur?

Millionengräber oder moderne Infrastruktur? Derzeit wird mal wieder darüber debattiert, ob und wie und wo ein Teil des Leipziger Tangentenvierecks verlaufen soll. Anlass ist ein Investitionshemmnis, dessen Ausbleiben nun wohl Arbeitsplätze in Baden-Württemberg schafft. Auch andere Straßen sind für hiesige Unternehmen ein Problem.

Von den knapp 40 Millionen Euro, die dieses Jahr in den Straßen- und Brückenbau fließen sollen, kommen weniger als zehn Millionen aus entsprechenden Einnahmen; über 30 Millionen zahlt die Kommune. Insofern ist es für Unternehmer schon interessant, wie viele Aufträge in der Stadt bleiben und wie viel nach außen vergeben wird.

Huckelpiste verschwindet

"Klar", sagt Kerstin Schultz von der Handwerkskammer zu Leipzig: "Große Aufträge landen bei großen Unternehmen. Aber bei kleinteiligen Brücken und Straßen profitieren auch die Kleinen, also unter anderem Handwerker."

Die wichtigsten derzeitigen Projekte: Teil-Ausbau der Prager Straße, Neugestaltung der Max-Liebermann-Straße und der Neubau der Brücke in der Karl-Heine-Straße.

Edeltraud Höfer vom Verkehrs- und Tiefbauamt meint auch: "Hoch einzuschätzen sind die Arbeiten in der Südvorstadt. Die Kurt-Eisner-Straße und die Semmelweisstraße sind verbunden. Das wird dem Bayerischen Platz viel Verkehr abnehmen. Und in der Mitte der Eisner-Straße wird so viel Platz gelassen, dass die LVB später auch Gleise verlegen kann."

An einigen Stellen wird also weit in die Zukunft gedacht, auch wenn manche Entscheidungen anderes vermuten lassen. Den vom Stadtrat abgenickten gestrichenen vier Bushaltestellen der Linie 90 stehen weiterhin an die 1.000 Unterschriften entgegen, mit denen Bürger sich für den Erhalt der Stopps aussprachen.

Übrigens stöhnen viele Autofahrer über die Baumaßnahmen an der Prager Straße in Probstheida und die damit zusammenhängenden Umleitungen. Viele haben offensichtlich vergessen, wie viele Jahre sie über die Huckelpiste empört waren und fragten, wann man das in den Griff bekommen will. Jetzt läuft der Bau.
Was Bürger und Wirtschaft noch immer drückt, ist der Weiterbau der Autobahn 72 von Chemnitz Richtung Borna. Die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) warnt vor einem erneuten Zeitverzug und mahnt, es müsse bis Leipzig gebaut werden. Bislang solle vor den Toren von Borna Schluss sein. Für die letzten Abschnitte Richtung Leipzig gebe es bis heute keine Finanzierung. Entschieden werde damit auch gegen die weitere Entwicklung der Gewerbe- und Industriestandorte Espenhain sowie Böhlen-Lippendorf.
EFRE-Gelder bleiben hier

Kleinere Objekte wie die Anna-Kuhnow-Straße ergänzen die großen Anlagen. Auch gewinnen die neuen Bewohner ein interessantes Umfeld. Bauausführende sind heimische Unternehmen. Und weil ein Teil der Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kommen, fließen EU-Gelder für Aufträge an hiesige Unternehmen. Derzeit wird noch geplant. Baubeginn ist 2011 vorgesehen.

www.leipzig.de

Thomas Biskupek

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