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09.09.2010 16:27 Uhr

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Wirtschaft

Freigesprochene mit jeder Menge Zukunft

Freigesprochene mit jeder Menge Zukunft Gesellen werden im Handwerk noch immer "freigesprochen". Auch wenn das heute ein hochmoderner Wirtschaftsbereich ist, hält er sich an einige Bräuche; einst schied der Lehrling mit dem Abschluss aus der Familie des Lehrherrn - wo es übrigens kein Geld gab - und wurde in die Freiheit entlassen.

Leipzigs Elektriker sowie Klempner und Installateure fanden sich vor einer reichlichen Woche in der Alten Handelsbörse zusammen, um bei einer festlichen Veranstaltung den Berufsnachwuchs ihrer Gewerke freizusprechen.

Das erste Wort gaben sie allerdings dem ehemaligen Oberbürgermeister der Messestadt. Hieronymus Lotter oder vielmehr. sein Darsteller erzählte über die Stadt im 16. Jahrhundert und zog Parallelen zu während des Baus steigenden Preisen oder nicht bezahlten Rechnungen.

Über im Durchschnitt gute Prüfungsergebnisse freute sich Innungsobermeister Stephan Cherier. Die jungen Leute hätten das Rüstzeug erworben, um in ihrem anspruchsvollen Handwerksberuf eine Zukunft zu finden. Damit dürfte die Aussicht auf einen guten Arbeitsplatz groß sein. Außerdem empfahl er den frischgebackenen Gesellen, über eine Weiterbildung zum Meister oder Ingenieur nachzudenken.
Welche Qualität die Absolventen schon erreichen, betonte in seiner Festansprache Joachim Dirschka, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig und selbst Elektriker: Allein sieben Gesellen haben am Landeswettbewerb der Lehrlinge teilgenommen.

Das wird nur den Besten gestattet. Außerdem lobte Dirschka das Engagement der Elektriker-Innung. Auch Professor Jürgen Wenge hielt die Absolventen dazu an, weiter zu lernen. Das sei heutzutage normal, meinte der HTWK-Professor am Institut für Elektrische Energietechnik. Ursprünglich Erlerntes reiche nicht mehr für ein ganzes Leben.

Ein bisschen traurig bekannte der Innungsobermeister der SHK-Innung, Günther Beer, dass die beiden Absolventen seines Bereichs zur Feierveranstaltung nicht gekommen waren, einer davon hatte sogar mit sehr gut abgeschlossen. Unter den 27 Junggesellen der Elektriker fiel Nicole Sadlowski als einzige Frau auf. Sie habe schon immer Interesse für Technik gehabt und sehe diesen Beruf nicht als ungewöhnlich an. Als Jahrgangsbester wurde Stefan Steinhagen ausgezeichnet, der in der Firma Cherier gelernt hatte. Er bedankte sich in einer eigenen kleinen Ansprache im Namen aller bei Unternehmern, Ausbildern und Lehrern.

Gespräch und Freibier

Einen musikalischen Rahmen für die Festveranstaltung lieferten auf ihren Fagott-Instrumenten Michael, Anna, Otto und Willi Dreier aus Wurzen als musikalisches Quartett. Zum Abschluss lud Obermeister Cherier zu Freibier und Brezeln und empfahl, die Gelegenheit zu Gesprächen mit den anwesenden Fachleuten zu nutzen.

Thomas Biskupek

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