Leipziger Anzeigenblatt Verlag GmbH & Co. KG

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01.08.2010 05:43 Uhr

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Wirtschaft

Leipzig bleibt ein Mekka für Verlage und Leser

Leipzig bleibt ein Mekka für Verlage und Leser Alle Jahre wieder bringt die Leipziger Buchmesse zwei völlig entgegengesetzte Arten von Schlagzeilen hervor. Die einen überwiegen in der Region, die anderen vor allem weit weg. "Die Buchstadt lebt!" heißt die eine. "Traurig, was von der Buchstadt blieb", lautet die andere.

Sind so unterschiedliche Sichten überhaupt möglich? Und welche darf gelten? Die Begeisterung der Einheimischen oder die Häme der Konkurrenz? Diese Zeitung ist hiesig, bekennt sich zu ihren Wurzeln und will dennoch abwägen.

Lesefest

Sicherlich stimmt es: Für einen Markt, in den alljährlich 90.000 neue Titel gedrückt werden müssen, ist die Zahl der verbliebenen Verlage in Leipzig gering. Selbst wenn alle 91 Verlage zusammenkommen, die im mitteldeutschen Drei-Länder-Verband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zusammengeschlossen sind, bleiben sie eine Restgröße.

Doch der Messe gelingt es, nicht nur mit ihren Partnern zusammen, das größte Lesefest Europas auszurichten. Hier finden auch immer wieder Verlage einen Platz, von denen mancher meint, die hätten längst das Zeitliche gesegnet. Gewiss, die Stadt, die über lange Zeit alle deutschen Verlagsorte dominierte, findet man heute irgendwo auf Platz 12 oder noch weiter hinten. So wurden aus den Kunstverlagen der DDR (Seemann, Henschel und Edition Leipzig) die Seemann Henschel GmbH & Co. KG, zu der noch der Traditionsverlag Koehler & Amelang kam.

Der ebenfalls traditionsreiche Mitteldeutsche Verlag aus Halle behielt seine Leipziger Niederlassung bis heute, um näher am Publikum zu sein. Und der BuchVerlag für die Frau hat nicht nur den Ansturm der zahllosen Ratgeberverlage überlebt, sondern mit seinen Minibüchern sogar ein besonderes Schmeckerchen über die politische Wende gerettet. Band 250 soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Auch die Neugründungen sind offensichtlich mit dem Verlagsplatz Leipzig ganz zufrieden. Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung wirft immer neue Lene-Voigt-Ausgrabungen auf den Markt. Der Plöttner Verlag wurde 2004 gegründet und ist seither in Leipzig-Gohlis beheimatet. Er verlegt ausgewählte deutschsprachige Belletristik, Sachbücher sowie Kunstkataloge - bisher rund 60.

Und Faber & Faber schließlich hat sich längst etabliert, zeichnet für aufsehenerregende Neuigkeiten ebenso verantwortlich wie für die bisher auf 25 Bände angelegte DDR-Bibliothek, die jüngst als Schönste Reihe von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet wurde. Kritiker loben, dass hier wichtige Stimmen von Autoren zusammengefasst wurden, die die Literatur des zweiten deutschen Staates prägten. Dass nun einer der beiden Namengeber inzwischen als Kulturbürgermeister ins Leipziger Rathaus zog, spricht letzten Endes ebenfalls für den Verlagsstandort. Er ist kleiner geworden; hat aber immer noch einen Namen in Deutschland.

Thomas Biskupek

www.leipzig-liest.de

www.leipziger-buchmesse.de

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