Davon träumt die Bundes-Familienministerin: Bei Fritzes wohnen alle Generationen unter einem Dach, jeder hilft jedem, der Tagesablauf ist aufeinander abgestimmt. Die innerfamiliäre Plan-Wirtschaft reicht bis zu den Geburten - könnte man annehmen, wenn man sie genauer unter die Lupe nimmt. Doch Verkäuferin Veronika Fritze winkt lachend ab und schwört: "Alles reiner Zufall." Sie legte am 15. Februar 1955 in Leipzig den Grundstein für Sachsens wohl ungewöhnlichsten Datum-Stammbaum. Manuela Fritze entschied sich 1978, genau am 15. Februar das Licht der Welt zu erblicken. Eigentlich lag der Geburtstermin zehn Tage eher. "Aber meine Tochter ließ sich Zeit", erinnert sich Veronika Fritze. Dass Mutter und Tochter an einem Tag Geburtstag haben, fand Manuela Fritze jahrelang gar nicht so lustig. "Ich konnte mich schwer auf meine Geschenke konzentrieren, weil ich damit beschäftigt war, auch für Mutter welche zu besorgen", denkt sie zurück. Doch das hielt sie nicht davon ab, die Familientradition weiterzuführen. Ihr Sohn Pepe sollte eigentlich am 6. Februar 2009 auf die Welt kommen. "Kam er aber nicht. Viele fieberten dem 15. Februar entgegen, schlossen Wetten ab", erzählt die Altenpflegerin. Und tatsächlich: Sonntagskind Pepe meldete sich mit einem Schrei an dem für Familie Fritze so magischen Datum.
Nun feiern jeweils drei Generationen an einem Tag Geburtstag. "Jetzt werden wir wohl immer dem Jüngsten zuerst gratulieren", vermutet die junge Mutter. Weil der Geburtstag in diesem Jahr auf Rosenmontag fällt, steigt eine große Faschingsparty. Auch für 2014 haben die Fritzes schon ein Motto. Denn dann werden sie zusammen runde 100 Jahre alt.
Thomas Gillmeister


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