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01.08.2010 05:43 Uhr

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Wirtschaft

Berufschancen für junge Leute im Handwerk

Berufschancen für junge Leute im Handwerk "Mach (D)ein Bild vom Handwerk!" lautet der erste Schritt der auf fünf Jahre angelegten Aktion. Dabei haben sich allein im Kammerbezirk Leipzig viele bemüht, Fotos zu übermitteln, die einen Eindruck vom Handwerk vermitteln. Nahezu 150 kamen in den Wettbewerb.

Die Preise stifteten Handwerksbetriebe der Region - von Gutscheinen für Bäcker oder Friseure bis zu welchen für eine Türöffnung. Gerade Letzteres zeige im wortwörtlichen Sinn, so Sachsens neuer Wirtschaftsminister Sven Morlok: "Handwerker sind Problemlöser." Er habe solche Dienste schon oft gebraucht.

Welche Verdienste sich Sachsens Politiker tatsächlich beim Fördern von Handwerkern erworben haben, wurde dem Minister von seinen Redenschreibern offensichtlich nicht aufs Papier gesetzt. Wolfgang Wegener brachte das später beim Stehbüfett auf den Punkt: der Markkleeberger Meister für Sanitär, Heizung und Klimatechnik (SHK) meinte nämlich, die sogenannte Abwrackprämie für veraltete Heizkessel, die nur in Sachsen gezahlt wird, habe nicht nur den Betrieben deutlich mehr Aufträge gebracht, sondern auch zum Energiesparen beigetragen.

Für die deutschlandweite Kampagne haben die Handwerksorganisationen das renommierte Forsa-Institut fragen lassen, welches Ansehen das Handwerk bei "Otto Normalverbraucher" genießt. Das Ergebnis: Handwerk wird zu wenig wahrgenommen. Nur 36 Prozent der Befragten haben in letzter Zeit etwas über das Handwerk gehört oder gelesen, bei den 14- bis18-Jährigen sind es sogar nur elf Prozent.

Das ist das eigentliche Dilemma des Wirtschaftsbereichs, dem mit der gegenwärtigen Kampagne begegnet werden soll. Kreishandwerksmeister Ralph Wirth klagte zum Beginn der Kampagne über das oft erschreckende Niveau der abgehenden Schüler. Prompt fing er sich öffentlichen Widerspruch vom Innungsobermeister der Ofen- und Kaminbauer Wolfgang Parnow ein. Er bilde auch seit 15 Jahren aus und habe wenig Grund zur Klage.

Schulabgängerniveau ungenügend

Allerdings kommt aus der Handwerkerschaft seit Jahren der Ruf: Das Niveau der Schulabgänger sinkt und genügt den Anforderungen an viele Berufe nicht mehr. Die Ursache sehen die Kläger weniger bei den Lehrern als im föderalen Schulsystem an sich. Daran könnte allein die Politik etwas ändern. Dass das niemand will, wird ebenfalls seit vielen Jahren versichert.

Das deutsche Handwerk als einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche bildet unverdrossen junge Leute aus und bietet vielen eine Chance, die sonst keine bekämen. Das soll nun mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit finden. Vielleicht findet dadurch mancher junge Mensch auch einen Beruf - einen, der meist auch einen gesicherten Arbeitsplatz bringt.

Thomas Biskupek

www.hwk-leipzig.de

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