Insolvenzverwalter beispielsweise werden wirtschaftlichen Niedergang nicht gerade öffentlich bejubeln, tatsächlich aber bringt es ihnen Aufträge. So wie den Autoverschrottern im Vorjahr. Und die Händler hatten mehr zu verkaufen. Das könnte ihnen jetzt auf die Beine fallen, weil es mehr neue Autos als früher gibt; da kommt nun weniger Bedarf nach. Auch die Reparateure bekommen weniger zu tun, weil Neuwagen erst mal weniger störanfällig sind."Rankings" sagen wenig
Das sind aber keine wirklichen Antworten auf die Ausgangsfrage. Die versucht seit Jahren die sogenannte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und legt dafür "Rankings" vor, deren Sinn sich schwerlich erschließt. Natürlich ist die Produktivität - vereinfacht gesagt - in einigen westlichen Bundesländern höher als bei uns. Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen liegen seit Jahren vorn.
Sagt das wirklich etwas aus über die tatsächliche Lage und die Entwicklung? Eine einfache Aussage liefern x-beliebige Karten über egal welche Entwicklungen in Deutschland - von der Geburtenrate bis zur Arbeitslosigkeit, von der Autostückzahl pro Kopf bis zum ebensolchen Platz in Kindereinrichtungen. Solche Karten zeigen messerscharf auch nach 20 Jahren noch, wo die DDR lag. Nicht immer mit schlechteren Daten, nur mit anderen. Kita-Plätze gibt es immer noch mehr pro Kopf, obwohl die Geburtenraten dramatisch zurückgingen. Nicht ganz so scharf, aber dennoch vorhanden sind andere Trennungen. Das Saarland beispielsweise, das "nur zwölf" Jahre von der Bundesrepublik getrennt war und in der Zeit kein anderes gesellschaftliches System hatte, zeigt auch nach mehr als 50 Jahren noch immer eine Menge abweichender Daten.
Leipzig unterscheidet sich aber auch im Osten. Einerseits kranken die anderen Länder an höherer Staatsverschuldung als Sachsen. Andererseits stehen die Wirtschaftsräume um Dresden oder Chemnitz/Zwickau deutlich besser da als Leipzig.
"Leuchtturm" mit hoher Sterberate
Die Messestadt gilt einerseits als Leuchtturm, eine Stadt mit signifikantem Bevölkerungswachstum, aus der heraus wichtige Betriebe agieren. Andererseits überwiegt hier noch immer die Sterbe- gegenüber der Geburtenrate. Der Zuwachs kommt nur durch Zuzüge.
Wirklich bedeutend sind hier nur wenige Betriebe. Und wenn es einer ist, wie die Verbundnetzgas AG (VNG), gehört er zum erheblichen Teil großen Konzernen, nur zu einer Minderheit einem kommunalen Städteverbund.
Eine klare Tendenz zeichnet sich hinsichtlich der wirtschaftlichen Perspektiven der Region nicht ab. Neue Investoren wollen das aber wissen, bevor sie auch nur einen Euro locker machen.
Thomas Biskupek


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